Zitrone des Tages
England: Vodafone twittert Beleidigungen
Am Montag 8 Februar 2010 von ThomasMit etwas Glück ist’s bald vergessen: 140 Zeichen genügen, um sich in Sachen Unternehmenskommunikation in die Nesseln zu setzen. Das hat die englische Vodafone demonstriert – und sich bereits dafür entschuldigt. Textberater.com mit einer Einschätzung.
“VodafoneUK is fed up of dirty homo’s and is going after beaver” bedeutet grob übersetzt: VodafoneUK hat die Nase voll von dreckigen Homosexuellen und steht auf Vaginas.
Vor allem bedeutet es aber eine Rekord-Entgleisung, für die der Mobilfunkanbieter eine nahe liegende wenn auch schwache Erklärung angeboten hat.
Die am Freitag versendete Kurznachricht sei nämlich nicht auf einen Hacker-Angriff zurückzuführen, wie es wohlgesonnene Vodafone-Follower vermuteten.
Stattdessen handle es sich um einen „schweren Regelverstoß“ eines Vodafone-Mitarbeiters, der laut Vodafone suspendiert worden sei.
Dennoch keine PR-Krise
Doch auch die Entschuldigungen an die knapp 9.000 Follower auf dem Twitter-Kanal halfen nichts. Der Tweet (neudeutsch für die auf Twitter versendeten Kurznachrichten) hatte bereits die Runde gemacht.
Und charakteristisch für eine sich aus dem Web 2.0 anbahnende PR-Krise, ist das Thema auch in die klassischen Medien geschwappt. Dass die Twitter-Entgleisung jedoch nachhaltig das Geschäftsmodell Vodafone’s gefährdet und damit in die Kategorie „echte PR-Krise“ fällt, erwartet Textberater.com nicht. Warum:
- Der gemeine Tweet ist so absurd, dass er nicht mit der Kommunikationspolitik des Unternehmens in Verbindung gebracht werden kann.
- Zwar nicht der Boss, aber immerhin die Kommunikationsabteilung hat schnell reagiert.
- Es besteht eine reelle Chance, dass man sich vor solchen Entgleisungen einzelner Mitarbeiter schützt – beispielsweise durch Kontrollprozesse. Kommt keine Entgleisung innerhalb des menschlichen Erinnerungshorizonts, bleibt die von Vodafone vorgebrachte Erklärung glaubwürdig.
- Solange nicht der Eindruck entsteht, im Unternehmen säßen reihenweise Sexisten, Rassisten oder Angehörige sonstiger chauvinistischer Ideologien, leidet auch das Image des Unternehmens nicht nachhaltig.
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Schlagworte: Ethik, Guter Stil, Internet-Publikationen, Krisen-PR, Social Media, Twitter, Web 2.0
Dieser Beitrag wurde am Montag 8 Februar 2010 um 09:05 Uhr von Thomas veröffentlicht und unter News, Unterhaltung gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.
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