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Funkstille verordnet - Kölnische Rundschau
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Funkstille verordnet

Von ANDREAS ENGELS, 09.03.10, 07:03h

Ein 35 Meter hoher Mobilfunkmast, den der Mobilfunkbetreiber Vodafone am Gelände des Hundeübungsplatzes in Stotzheim aufrichten ließ, darf vorerst nicht in Betrieb gehen. Die...

HÜRTH. Ein 35 Meter hoher Mobilfunkmast, den der Mobilfunkbetreiber Vodafone am Gelände des Hundeübungsplatzes in Stotzheim aufrichten ließ, darf vorerst nicht in Betrieb gehen. Die Stadtverwaltung ließ die Baustelle stilllegen. Der Grund: Der Mast entspreche nicht den Vorgaben der Baugenehmigung, sagt der Technische Beigeordnete Peter Franzen.

Die Genehmigung für den Bau einer Sendeanlage hatte Vodafone bereits im Jahr 2005 beantragt. Damals sei über mehrere Standorte diskutiert worden, erinnert sich Franzen. Die Mobilfunker hätten die Antenne nach Angaben des Baudezernenten am liebsten in Hermülheim aufgestellt - nämlich im Bürgerpark oder am Familienbad „De Bütt“.

Bei der Verwaltung aber blitzte Vodafone mit beiden Standortwünschen ab. Als Folge heftiger Proteste gegen Mobilfunkanlagen im Ortsteil Gleuel genehmigen die Hürther neue Handy-Sender nach Möglichkeit nur noch in Außenbereichen. „Dadurch sollen die Ortschaften entlastet werden“, so Franzen. Mit entsprechend hohen Masten könne die Netzabdeckung dennoch gewährleistet werden.

Im Januar 2008 erteilte die Stadt schließlich eine Baugenehmigung für den Standort an der Ecke Frechener / Berrenrather Straße. Franzen: „Wir waren der Auffassung, dass der Mast dort am wenigsten stört.“ Der Kreis erteilte eine Ausnahmegenehmigung, weil der Bauplatz im Landschaftsschutzgebiet liegt.

Erst als Vodafone den Mast in der vergangenen Woche aufstellen ließ, regte sich Widerstand. Ein Anwohner reichte Klage beim Verwaltungsgericht in Köln ein und versuchte außerdem, die Bauarbeiten per Einstweiliger Verfügung zu stoppen. Das Eilverfahren hat sich aber nach Auskunft von Gerichtssprecher Klaus-Peter Uhlenberg erledigt.

Nach einer Baustellenbesichtigung untersagte das Hürther Bauamt selbst den Weiterbau, weil der Mast „abweichend von der Baugenehmigung“ errichtet worden sei. Baudezernent Franzen: „Beantragt und genehmigt war ein Stahlgittermast, ausgeführt wurde aber ein Betonmast.“ Zwar kann Vodafone einen Antrag auf Änderung der Baugenehmigung stellen. Darüber werde die Verwaltung jedoch nicht entscheiden, bevor das Klageverfahren abgeschlossen ist, betont Franzen. Das aber kann dauern.

Vodafone-Sprecher Bernd Hoffmann wollte sich mit Hinweis auf das laufende Verfahren zu Details nicht äußern. „Wir stehen mit den Behörden in Kontakt, um eine schnelle Lösung zu finden“, sagte er. Auf jeden Fall herrscht in Stotzheim vorerst Funkstille. Hoffmann: „Die Technik ist noch gar nicht installiert.“



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